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Vom Nachlass und dem Nachlassen

Es ist viel Zeit vergangen, viel passiert und ich habe sehr wenig gestrickt! Meine Coiffeuse hat mich darauf hingewiesen: "Warum trägst Du heute keine gestrickten Socken?" Tatsächlich sind sie mir fast ausgegangen! Vor einigen Tagen haben wir mit Mueti entschieden, dass all die Nachlass-Wolle in ihrem Schrank erlesen werden sollte. Da kamen lustige Erinnerungen zum Vorschein:

. Grün - grau war der Norwegerpulli, den ich meiner Schwester nach Brasilien als Jugendliche gesendet hatte

. Gelb - Braun war der handgestrickte Pulli meiner grossen Puppe, welche ich im Vorschulalter von Mueti zu Weihnachten erhalten hatte

. Mohair grün war der erste Pulli, den ich unter Anleitung von Grossmueti als Primarschülerin gestrickt hatte

. Schwarz - Weiss gemischt war der Pulli, bei dem ich als Oberstufenschülerin das Zopfmuster geübt habe

. unzählige Strangen schöne Wolle, die all die Pullunder meines Vaters in Erinnerung rufen, Strickarbeiten meiner fleissigen Mutter

. Sockenwolle "bis zum geht nicht mehr", Nachlass meiner beiden Grossmütter


Es war zugleich lustig zu erkennen, wie Alles in unserer Erinnerung bleibt. Besonders beeindruckend war, dass Mueti jede von ihr verstrickten beim Namen nennen konnte. So etwa, wie man gerne an ein Lieblingstier oder alten Freund zurückdenkt.


Einige Einkaufstragtaschen vereinzelte Strangen wurden gleich für's Pflegeheim vorbereitet, dort wird in der Tagesstätte fleissig an Decken gehäkelt. Einige farblich abgestimmte Sets habe ich noch diesen Winter zu warmen Mützen für die Obdachlosen gestrickt. Es war, als hätte ich ihnen ein Weihnachtsgeschenk gegeben.


Nun gings an die letzten von meiner Grossmutter gestrickten Socken, ganz klar ihr Modell. Da hat schon jemand angefangen, die Borte frisch zu stricken. Auch dieses Werk ist nun vollbracht und diese kleinen Socken sind für meine Tochter bestimmt.


Eine traurige Etappe war der Eintritt ins Heim meiner strickenden Tante. Sie hat ihr Leben lang nur gestrickte Socken getragen. Damit sich diese nicht verfrüht abnützen, wusch sie alle von Hand. Nun, kein einziges Paar wird sie ins Heim begleiten, die Handhabung der Bewohnerwäsche erlaubt diesen schonenden Umgang nicht. Somit geht auch diese grosse Anzahl Socken in den Nachlass. Leider kann man die Zehen nur im Märchen Aschenputtel abschneiden.


 
 
 

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